Verletzungen der Haut

Häufig kommt es beim Spielen oder wilden Herumrennen zu kleineren oder größeren meist oberflächlichen Verletzungen der Haut. Was tun in einer solchen Situation? Heilt es von alleine? Sollte erst einmal abgewartet werden oder gleich ein Besuch beim Tierarzt stattfinden?

Bei kleineren maximal 1-2 cm großen, oberflächlichen und nicht blutenden Wunden, deren Wundränder nah bei einander liegen, kann auf eine tierärztliche Versorgung verzichtet werden. Klaffen die Wundränder weit auseinander, sind tiefere Schichten als nur die Oberhaut betroffen, blutet die Verletzung stark oder sind Blutgefäße sichtbar wird zu einer tierärztlichen Versorgung geraten. Grundsätzlich heilen frische Wunden nach einer Versorgung innerhalb zwei Stunden unproblematischer und schneller ab. Bei der Versorgung solcher Verletzungen stehen zwei Methoden zur Wahl, wobei individuell entschieden werden muss. Bei der Wundklammerung werden mit Hilfe von Klammern, ähnlich dem Zusammenheften einzelner Blätter, die Wundränder möglichst eng aneinandergefügt. Der Vorteil dabei besteht darin, dass dies auch ohne Narkose geschehen kann, wenn die Tiere kooperativ sind und zumindest kurz stillhalten. Der Schmerz ist sehr gering und kurz, wobei der Besitzer sein Tier und festen Streicheln oder kurzes Kneifen an einer anderen Stelle des Körpers ablenken kann. Diese Methode kann auch bei etwas älteren und leicht infizierten Wunden angewandt werden, da der Wundverschluss lockerer ist und eventuell entstehendes Sekret abfliessen kan.

Die elegantere Art der Wundversorgung ist die chirurgische Naht unter einer kurzen Vollnarkose. Die heutigen Narkosemittel sind schonend und so gut steuerbar, dass ein Tier schon kurz nach einer Narkose wieder laufen kann ohne längere Nachschlafdauer.

Im folgenden ein Beispiel der Wundversorgung einer frischen Hautrissverletzung an der Brust eines Windhundes.


Die Länge der Verletzung beträgt etwa 5-7 cm, der darunterliegende Brustmuskel ist unverletzt.


Noch in Narkose, durch den Schlauch im Maul – ein Trachealtubus, wurde das Narkosegas verabreicht und er verbleibt in der Luftröhre bis der Schluckreflex wieder vorhanden ist, um bei möglicherweise auftretendem Erbrechen ein Einatmen des Erbrochenen zu verhindern. Die Gabe von Infusionslösungen fördert die schnelle Ausscheidung des Narkosemittels und unterstützt die Nierenfunktion.


Die Wunde ist fertig versorgt. Der Wundverschluss erfolgte in zwei Schichten, das heißt, die Unterhaut wurde mit einzelnen Stichen zusammengezogen, dadurch legen sich die Ränder der oberen Hautschicht dicht aneinander und sorgen für eine schmaler Narbe. Die obere Hautschicht wird mit einer fortlaufenden Naht und einem sehr feinen Fäden aneinandergefügt.


Nach circa 4 Wochen sieht das Ganze nun so aus. Die Fäden wurden bereits gezogen und die leichte Rötung verblasst mit der Zeit.

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