Neckarwiesenfest 2017

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Auch wir sind zum elften Mal mit dabei. Neben etwas Zeit zum gemütlichen Plausch haben wir wieder Informationen zu einer Reihe interessanter Themen zusammengestellt – Röntgen- und Ultraschallquiz, Versorgung von Hasen- und Eichhörnchenbabys, etc

Unterstützt werden wir in den Klinikräumen von

Frau Endres – Tierernährungsberatung

Herrn Bisco – Die letzte Reise, Tierbestattungen

Frau Lampart – Igelhilfe

Impfzeit für Kaninchen

Mit den hoffentlich bald eintretenden frühlingshaften Temperaturen kommen auch die Insekten zurück und diese stellen einen Hauptübertragungsweg für meist tödlich verlaufende Kaninchenkrankheiten dar.

Es gibt eine wirksame Impfung zum Schutz vor Myxomatose und die „Chinaseuche“!

Myxomatose

Die Myxomatose, die auch „Kaninchenpest“ genannt wird, ist eine hoch ansteckende Erkrankung der Kaninchen. Sie wurden erstmal zu Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in Europa nachgewiesen. Erreger der Myxomatose ist ein Leporipoxvirus. Die Infektion kann durch stechende Insekten erfolgen. Die größte Bedeutung besitzen dabei der Kaninchenfloh und Mücken. Die Ansteckung ist aber auch über kontaminiertes Futter sowie Kontakt mit erkrankten Tieren möglich. Nach der Infektion vermehrt sich das Virus zunächst in den regionalen Lymphknoten und breitet sich dann im ganzen Körper aus. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf – der knotigen sowie der ödematösen Form. Gelegentlich können die beiden Formen auch kombiniert auftreten. Die ödematöse Form ist dabei am häufigsten. Hierbei kommt es durch Wassereinlagerungen in der Unterhaut zu Schwellungen vor allem im Gesichtsbereich. Die Schwellungen sind besonders deutlich an den Lidern, der Nase und den Lippen erkennbar. Aber auch Rachen und Atmungstrakt können betroffen sein. Die Tiere können nicht mehr richtig schlucken und fressen nicht mehr. Die Schwellungen können auch den Bereich um den After und die Geschlechtsöffnung betreffen. Durch bakterielle Sekundärinfektionen kann es zu eitrigem Ausfluss aus Nasen und Augen sowie zu Lungenentzündungen kommen. Etwas milder als die ödematöse Form verläuft meist die knotige Form. Es entstehen knotige Verdickungen in der Haut und Unterhaut, die sich v.a. am Kopf sowie im Bereich der Geschlechtsöffnung und des Afters befinden. Die Verdickungen platzen auf und heilen dann nur langsam ab. Bei dieser Form der Erkrankung ist das Allgemeinbefinden der Tiere nicht so stark beeinträchtigt, wie bei der ödematösen Form. Eine Therapie gegen die Myxomatose besteht nicht und die Tiere sterben in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen an Entkräftung. Bei milderen Verlaufsformen kann eine unterstützende Therapie eingeleitet werden, die aber nicht das Virus selbst bekämpfen kann.

Prophylaxe

Wie die RHD gehört die Myxomatose zu den Krankheiten, gegen die jedes Kaninchen geimpft werden sollte. Die Erstimpfung kann ab der 4. bis 6. Lebenswoche durchgeführt werden. Für die Myxomatose gilt, dass eine regelmäßige Auffrischung der Impfung notwendig ist, um einen dauerhaften Schutz der Kaninchen zu gewährleisten. Bisherige Impfstoffe sahen eine Wiederholungsimpfung alle sechs Monate vor. Ein Kombinationsimpfstoff mit RHD erfordert nur noch eine Auffrischung der Impfung alle 12 Monate.

RHD (Chinaseuche)

Die Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung der Kaninchen. Sie trat erstmals 1984 in China auf. Deshalb ist sie auch unter dem Namen „Chinaseuche“ bekannt. Mittlerweile hat sich die Seuche nahezu weltweit ausgebreitet und kommt überall dort vor, wo das europäische Wildkaninchen heimisch ist. Erreger der RHD ist ein Calicivirus, das äußerst widerstandsfähig ist und in der Umwelt bis zu drei Monate überleben kann. Infizieren können sich Kaninchen über direkten Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere sowie über kontaminiertes Futter und andere Gegenstände. Aber auch Fliegen können den Erreger auf Kaninchen übertragen. Nach der Infektion kommt es innerhalb von drei Tagen zur Erkrankung. Etwas Besonderes ist die sogenannte „altersbedingte Resistenz“. Jungtiere erkranken erst, wenn sie bei der Infektion sechs bis zehn Wochen alt sind. Jüngere Tiere, die sich infizieren, erkranken nicht, sind dafür aber ihr Leben lang immun gegen den Erreger. Die Impfung sollte deshalb so früh erfolgen, dass die Tiere geschützt sind, wenn sie in das Alter kommen, ab dem sie erkranken können. Erkranken die Tiere, verenden sie meist innerhalb weniger Stunden. Heute treten nur noch selten mildere Verlaufsformen auf. Aber auch dann können nur die Symptome behandelt werden.

Prophylaxe

Auf Grund des dramatischen Verlaufs und der fehlenden Therapiemöglichkeiten sollte jedes Kaninchen gegen RHD geimpft werden. Jungtiere sollten bereits ab der 4. bis 6. Lebenswoche geimpft werden. Dann sind die Tiere geschützt, sobald sie so alt sind, dass das Virus eine Gefahr für sie darstellt. Damit das Kaninchen dauerhaft gegen die RHD geschützt ist, muss die Impfung einmal jährlich aufgefrischt werden. Es steht ein Kombinationsimpfstoff zur Verfügung, der vor Myxomatose und RHD schützt und nur einmal jährlich gegeben werden muss

Neues Virus entdeckt!

2010 wurde erstmals in Nord-West-Frankreich eine neue Variante der Chinaseuche entdeckt. Dieser neue, sehr aggressive Virustyp RHD-2 hat auch in Deutschland zu zahlreichen Todesfällen bei Kaninchen geführt. England meldet im August ganz aktuell neue Ausbrüche. Der verfügbare Impfstoff schützt nur teilweise. Derzeit sieht es so aus, dass die Impfung mit dem bislang verfügbaren Impfstoff gegen den neuen Stamm laut FLI (Friedrich-Löffler-Institut) nur zu einem Teilschutz führt. Es besteht zwar eine Kreuzimmunität, aber ein niedriger AK-Titer reiche nicht aus. „Vor allem Jungtiere müssen zweimal grundimmunisiert werden.“ Auch wenn die Impfstoffe für die jährliche Impfung zugelassen seien, rate die Ständige Impfkommission (StIko) dazu, halbjährlich zu impfen.

Quellen: MSD Tiergesundheit, Wir-sind-tierarzt.de

Dr. Merkt ist der Katzenexperte

für die regionale Ausgabe der BILD-Zeitung und gern gesehener Gast in der gedruckten Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten.

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Das Foto zeigt einen schönen Querschnitt, welche Tierarten in der Tierklinik Neckarwiesen behandelt werden. Am häufigsten sind Katzen, Hunde und die kleinen Heimtiere (Kaninchen, Meerschweinchen). Aber auch Vögel, v.a. Papageien und Sittiche, und Reptilien benötigen manchmal unsere Hilfe.

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Das auch der Großraum Stuttgart zu unserem Einzugsgebiet gehört, durfte Continental Bulldog “Linus” etwas Werbung für die Tierklinik Neckarwiesen in den Stuttgarter Nachrichten machen und unser Chef Dr. Merkt spielte nur eine Nebenrolle.

(Jana Keim)